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Veranstaltungskalender zum Internationalen Lion Feuchtwanger-Jahr
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Historische Methoden

Wissenschaftliche und journalistische Recherchetechniken

In Kooperation mit dem Deutschen Rundfunkarchiv, Babelsberg und dessen Leiter Dr. Peter-Paul Schneider.

Ein Lehr- und Forschungsprojekt zu Archivdiensten und deren Medien

Im Sommersemester 2006 waren leitende Archivare aus Babelsberg, Berlin, Potsdam und Baden-Baden zu Gast. Sie stellten ihre Sammlungen vor und diskutierten mit den Studenten die Möglichkeiten und Grenzen, Bestände zu vernetzen und per Internet zur Verfügung zu stellen.

Im Winter 2006/2007 und im Sommer 2007 sollen nun Hinweisdienste untersucht werden, die Archivare zu aktuellen Themen mit verschiedenen Medien anbieten. Dabei geht es sowohl um die Auswahl der Quellen als auch um deren mediale Präsentation. Denn Gelehrte beispielsweise benötigen Quellen, mit denen sie wissenschaftliche Hypothesen begründen und Theorien verifizieren wollen. Journalisten suchen Quellen, die sie in ihrem Medium schnell wiedergeben können, schriftliche und fotografische Beweise für Printmedien, Tonaufnahmen und kinematographische Aufzeichnungen für AV-Medien. Ja, und die Ermittler in einem Streitfall, etwa der Rechtsanwalt und der Staatsanwalt, können nur mit vom Gericht zugelassenen Beweismitteln und Quellen eine Anklage zurückweisen oder begründen.

Diese Auswahl-, Gestaltungs- und Medien-Probleme von Archivdiensten werden in einem speziellen Lehr- und Forschungsprojekt mit dem Deutschen Rundfunkarchiv (DRA), Babelsberg medienwissenschaftlich untersucht. Gegenstand sind die mit verschiedenen Medien angebotenen Termin- und Hinweisdienste des DRAs Babelsberg. Und Untersuchungsziel ist, diese Dienste so zu verbessern, dass künftig Medienhistoriker, Journalisten und vielleicht sogar Staatsanwälte schnell und effektiv damit arbeiten können. Dieses Projekt ist also eine Mischung aus empirischer Marktforschung und medienpraktischer Arbeit und läuft, wie gesagt, über zwei Semester.

Im Winter 2006/07 wird damit begonnen, eine vom DRA hergestellte und bereits ausgelieferte Auswahl von Print- , Audio- und Bild-Quellen zum 50. Todestag Brechts (1956) mit empirischen Methoden zu evaluieren. Die bei diesem Brecht-„Mäppchen“ gewonnen Ergebnisse werden danach im Sommer 2007 dazu verwendet, um eine optimale Auswahl von Archivquellen für den 50. Todestag von Lion Feuchtwanger im Jahr 2008 zu begründen und für diese eine nutzergerechte und medienadäquate Präsentationsform zu entwickeln. Die für Zeitungsmacher ausgewählten Printquellen sollen in kleinen Broschüren erscheinen. Auf die für Radiomacher interessanten Tonzitate wird per CD hingewiesen; für deren Herstellung ist ein Treatment zu schreiben. Ein DVD-„Drehbuch“ für Kino- und TV-Quellen, mit denen Fernsehjournalisten etwas anfangen können. Und die für Internetpublizisten brauchbaren Quellen sind die Bausteine eines Website-Entwurfes. Die technische Umsetzung dieser verschiedenen expositorischen Manuskripte ist aber nicht mehr Gegenstand der Lehrveranstaltung im Sommer 2007, die Produktion der Druckschriften, CDs, DVDs und der Website erfolgt danach durch das DRA, Babelsberg.

Die Wahl der beiden Schriftsteller ist nicht zufällig. Denn der Jude Feuchtwanger und der Kommunist Brecht waren Antifaschisten und mussten 1933 emigrieren. Sie trafen sich in Hollywood wieder. Brecht kehrte nach Berlin zurück. Feuchtwanger nicht, aus Angst, dass ihm die Wiedereinreise in die USA verweigert würde. Er starb 1958 in Kalifornien. Aber beide waren linke Vorzeigeschriftsteller der DDR, und deshalb gibt es für beide sehr viele AV-Quellen im DRA, Babelsberg, das die Hörfunk- und TV-Bestände der DDR betreut. Auch an der TUB und im Archiv der Akademie der Künste lagern Quellen zu Feuchtwanger, die zum 100.Geburtstag für eine gemeinsame Veranstaltung der beiden Westberliner Einrichtungen aufbereitet wurden. Es gibt Quellen im Filmmuseum Berlin, in Potsdam, in der Feuchtwanger Memorial Library an der University of Southern California und im Archiv der Feuchtwanger Villa Aurora in Los Angeles.

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