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Veranstaltungskalender zum Internationalen Lion Feuchtwanger-Jahr
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Phan Hai-Dang

Matrix-Beitrag G3

  

„Hitler bedeutet Krieg“

Ansichten des Antifaschisten Lion Feuchtwanger

von Hai-Dang Phan

Das internationale Feuchtwanger-Jahr

In diesen Tagen jährt sich zum 124. Mal der Geburtstag eines der bedeutendsten, gleichwohl fast vergessenen Schriftstellers Deutschlands: Am 7. Juli 1884 wurde der Romanschriftsteller Lion Feuchtwanger in München geboren. Diesem Jahrestag wird mit dem „Internationalen Feuchtwanger-Jahr“ mit vielen verschiedenen Veranstaltungen gedacht. Bekannt wurde Feuchtwanger vor allem durch seinen Roman „Jud Süß“, den die Nationalsozialisten später für das Drehbuch ihres gleichnamigen antisemitischen Propagandafilms missbrauchten. Nicht nur weil er Jude war, musste Feuchtwanger emigrieren. Die Feindschaft der Nazis hatte er sich auch durch seinen Roman „Erfolg“ zugezogen, der einen überaus kritischen Blick auf die Anfänge der Hitlerbewegung und das Mitläufertum wirft.

Ein neues Genre – der historische Roman

Den großen internationalen Erfolg, den Lion Feuchtwanger mit seinen

historisch-biographischen Romanen und pazifistischen Dramen erzielte, konnten auch die Nazis nicht verhindern, die ihn ausbürgerten, als „Asphaltliteraten“ beschimpften und seine Bücher verbrannten. In Vergessenheit geriet Feuchtwanger aber erst nach 1945, wie so viele der „verbrannten Dichter“ der Zwanziger. Feuchtwanger ist als Verfasser von historischen Romanen mit überwiegend jüdischer Thematik und den Gestalten jüdischer Menschen einzigartig in der deutschsprachigen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts.

Bei den Nazis stand Feuchtwanger ganz oben auf der Liste der politischen Feinde, da er als einer der ersten vor ihrer Herrschaft gewarnt hatte und auch im Exil nicht aufhörte, gegen das Regime anzuschreiben.

Wehret den Anfängen 

In der Zeit zwischen 1930 und 1945 entstanden neben historischen Romanen, die Feuchtwangers eigentliches Genre repräsentieren, seine fünf Zeitromane und zwei längere persönliche Erlebnisberichte. Feuchtwanger reagierte damit auf die politischen Umwälzungen, die der Aufstieg und die Herrschaft der Nazis in Deutschland mit sich brachten. Der Faschismus und die Möglichkeiten seiner Bekämpfung standen dann auch im Mittelpunkt dieser Romane und Berichte. Parallel zur Deutung der nationalsozialistischen Kulturfeindlichkeit als Ausdruck der eigenen Unzulänglichkeit stellt Feuchtwanger den Antisemitismus als Neidreaktion der geistig Unterlegenen dar: „Worauf stößt man denn, wenn man mit Antisemiten debattiert? Am Ende ist es immer die Wut der Untüchtigen auf die Konkurrenz der Begabten. Oder es stecken gar Leute dahinter, die die Erbitterung über ihre Fehler und Schurkereien auf andere ablenken wollen.“, eine Passage aus „Gespräche mit dem Ewigen Juden“ von 1920. 

„Hitler bedeutet Krieg“ 

Nach der Übersiedlung nach Berlin erschien Feuchtwangers wohl wichtigstes literarisches Werk dieser Zeit, der Roman „Erfolg“. Es ist der erste Roman, der sich mit dem Nationalsozialismus und Hitler breit auseinandersetzt. Kaum verwunderlich, dass der „Völkische Beobachter“, das Parteiorgan der Nazis, prompt mit unverhohlenen Drohungen gegen das Buch und Feuchtwanger reagierte. Doch Feuchtwanger fuhr unbeeindruckt fort, vor der faschistischen Gefahr zu warnen. Auf eine Umfrage der linken Tageszeitung              „Welt am Abend“, wie man das Dritte Reich bekämpfen solle, antwortete Feuchtwanger mit einem Aufsatz, in dem er den Nationalsozialismus als „organisierte Barbarei Deutschlands“ bezeichnete, über deren Absichten man sich keinen Illusionen hingeben sollte: „Was also die Intellektuellen und Künstler zu erwarten haben, wenn erst das Dritte Reich sichtbar errichtet wird, ist klar: Ausrottung.“, so Feuchtwanger wörtlich.

Doch Feuchtwanger dachte gar nicht daran, sich persönlich auf ein Exil einzurichten, baute er doch zu dieser Zeit an seinem neuen Haus. Nur durch Zufall entkam Feuchtwanger den ersten nationalsozialistischen  Verfolgungsaktionen, da er sich im Winter 1932/33 auf einer großen Vortragsreihe durch die Vereinigten Staaten befand. Nach der Wahlniederlage der NSDAP bei den Novemberwahlen von 1932 dachte Feuchtwanger wie viele seiner Zeitgenossen, dass Hitlers Stern bereits wieder im Sinken begriffen sei. „Hitler is over.“, erklärte er amerikanischen Journalisten. Weniger optimistisch allerdings äußerte er sich bei der Nachricht von der Verkündung Hitlers als Reichskanzler am 30. Januar 1933:

„Hitler means war-Hitler bedeutet Krieg.“

Flucht in die Freiheit 

Feuchtwanger kehrte nicht nach Deutschland zurück. Stattdessen traf er sich mit seiner Frau in Österreich und reiste über die Schweiz an die französische Riviera, wo er sich 1934 vorläufig in Sanary-sur-Mer niederließ. In Deutschland wurde unterdessen sein Haus geplündert, sein Besitz beschlagnahmt und sein Doktortitel aberkannt. Sein Name findet sich auf der ersten Liste der Autoren, deren Werke am 10. Mai 1933 verbrannt werden sollten. Doch auch in Frankreich hielt es Feuchtwanger nicht lange. Nach dem Überfall

Hitler-Deutschlands auf Frankreich 1940 emigrierte er abermals zusammen mit seiner Frau in die Vereinigten Staaten und lebte dann bis zu seinem Tod am 21. Dezember 1954 in der „Villa Aurora“ in Kalifornien.  

Weiterführende Links: 

http://www.feuchtwanger.de

http://de.wikipedia.org/wiki/Lion_Feuchtwanger 

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/FeuchtwangerLion

http://books.google.de/books?as_auth=Lion+Feuchtwanger

Matrix-Beitrag A3

  

„Hitler bedeutet Krieg“

Ansichten des Antifaschisten Lion Feuchtwanger 

von Hai-Dang Phan  

In diesen Tagen jährt sich zum 124. Mal der Geburtstag eines der bedeutendsten, gleichwohl fast vergessenen Schriftstellers Deutschlands: Am 7. Juli 1884 wurde der Romanschriftsteller Lion Feuchtwanger in München geboren. Diesem Jahrestag wird mit dem „Internationalen Feuchtwanger-Jahr“ mit vielen verschiedenen Veranstaltungen gedacht. Bekannt wurde Feuchtwanger vor allem durch seinen Roman „Jud Süß“, den die Nationalsozialisten später für das Drehbuch ihres gleichnamigen antisemitischen Propagandafilms missbrauchten. Nicht nur weil er Jude war, musste Feuchtwanger emigrieren. Die Feindschaft der Nazis hatte er sich auch durch seinen Roman „Erfolg“ zugezogen, der einen überaus kritischen Blick auf die Anfänge der Hitlerbewegung und das Mitläufertum wirft.

Bei den Nazis stand Feuchtwanger ganz oben auf der Liste der politischen Feinde, da er als einer der ersten vor ihrer Herrschaft gewarnt hatte und auch im Exil nicht aufhörte, gegen das Regime anzuschreiben.

Nur durch Zufall entkam Feuchtwanger den ersten nationalsozialistischen  Verfolgungsaktionen, da er sich im Winter 1932/33 auf einer großen Vortragsreihe durch die Vereinigten Staaten befand. Nach der Wahlniederlage der NSDAP bei den Novemberwahlen von 1932 dachte Feuchtwanger wie viele seiner Zeitgenossen, dass Hitlers Stern bereits wieder im Sinken begriffen sei. „Hitler is over.“, erklärte er amerikanischen Journalisten. Weniger optimistisch allerdings äußerte er sich bei der Nachricht von der Verkündung Hitlers als Reichskanzler am 30. Januar 1933: „Hitler means war-Hitler bedeutet Krieg.“

Feuchtwanger kehrte nicht nach Deutschland zurück. Stattdessen traf er sich mit seiner Frau in Österreich und reiste über die Schweiz an die französische Riviera, wo er sich 1934 vorläufig in Sanary-sur-Mer niederließ. Doch auch in Frankreich hielt es Feuchtwanger nicht lange. Nach dem Überfall Hitler-Deutschlands auf Frankreich 1940 emigrierte er abermals zusammen mit seiner Frau in die Vereinigten Staaten und lebte dann bis zu seinem Tod am 21. Dezember 1954 in der „Villa Aurora“ in Kalifornien.  

Weiterführende Links: 

http://www.feuchtwanger.de

http://de.wikipedia.org/wiki/Lion_Feuchtwanger 

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/FeuchtwangerLion

http://books.google.de/books?as_auth=Lion+Feuchtwanger

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