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Veranstaltungskalender zum Internationalen Lion Feuchtwanger-Jahr
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Mirja Breßling

Matrix-Beitrag B2

Verhältnis Feuchtwangers zum Sozialismus

„Von Herzen Ja, Ja, Ja“

Exil-Schriftsteller Lion Feuchtwanger (1884 – 1958) bekannte sich zum Sozialismus

(von Mirja Breßling)

Mehr noch: Feuchtwanger war überzeugt, dass die Zukunft in Russland liege und ihre sozialistische Staatsform ein Werk darstelle „zu dem man von Herzen Ja, Ja, Ja sagen kann". Hat der bekennende Pazifist das Reich Stalins grundlegend verkannt?

Viel eher war Feuchtwangers Sympathie wohl als antifaschistische Solidarität zu verstehen. Sein Bekenntnis zu den sozialistischen Grundwerten schlug sich jedoch zeitlebens in seinem Schaffen nieder und beeinflusste die Rezeption seiner Bücher. Warum man sich insbesondere in den alten Bundesländern mit Feuchtwangers Werken schwer tat, soll unter anderem vom 7. Juli bis 21. Dezemer 2008 im Rahmen einer Ausstellung zu Leben und Werk des Schriftstellers in der Universitätsbibliothek der TU Berlin beleuchtet werden. Mit der Ausstellung wird das „Internationale Lion Feuchtwanger-Jahr“ eingeleitet, welches anlässlich seines 124. Geburtstag sowie seines 50. Todestages wieder die Aufmerksamkeit auf sein literarisches Werk lenken soll.

Französisches Exil

Unter den zahlreichen Schriftstellern, die die Nationalsozialisten ins Exil drängten, befand sich auch der jüdische Romancier Lion Feuchtwanger. 1933 begab er sich samt Ehefrau Marta an die französiche Côte d’Azur, wo sich die Elite der vertriebenen deutschen Autoren sammelte, wie Bertold Brecht, Thomas Mann oder Arnold Zweig. Dass sich hier eine pro-sowjetische Stimmung breitmachte war nicht verwunderlich, war doch die UdSSR als letzte Großmacht antifaschistisch geblieben.

Verhältnis zur sozialistischen Staatsform der UdSSR

Im Gegensatz zum Franzosen André Gide jedoch, der seine Meinung unter dem Eindruck einer Reise in die Sowjetunion öffentlich revidierte, fühlte sich Feuchtwanger nach seinem Moskau-Besuch veranlasst, ein detailliertes Buch zu verfassen mit dem Titel „Moskau 1937. Ein Reisebericht für meine Freunde“. Er zeichnet darin ein durchweg positives Bild der sozialistischen Gesellschaft in der damaligen UdSSR. Womöglich nicht zuletzt, weil er viele Leser in der Sowjektunion gewinnen konnte und in der Hauptstadt von der Bevölkerung und dem sowjetischen Diktator selbst brüderlich empfangen wurde.

Zwischen 1936 bis 1939 ermöglichte ihm Moskau darüber hinaus die Herausgabe der deutschen Exilzeitschrift "Das Wort". Ein hier erscheinender unsachlich scharfer Artikel auf Gide, sowie seine unkritische Haltung ‑ ja sogar Rechtfertigung ‑ gegenüber den Schauprozessen im Rahmen stalinscher Säuberungsaktionen ist mit seinem „Bekenntnis zur Vernunft“ jedoch nicht zu erklären.

Antifaschistischer Widerstand

Zur gleichen Zeit engagierte er sich aktiv an der antifaschistischen Volksfront in Paris sowie an den „Internationalen Schriftstellerkongressen zur Verteidigung der Kultur“. 1940 wird er in das französische Lager „Les Milles“ bei Aix-en-Provence interniert. Feuchtwanger selbst führte seine Internierung auf seine „sowjetfreundliche Gesinnung“ zurück. Er kann aus dem Lager entkommen, entscheidet sich jedoch trotz aller Zuneigung nicht für die Sowjetunion als Zufluchtsort sondern flieht über Portugal in die USA.

Sozialistische Grundeinstellung

Sein ebenfalls 1940 erscheinender Roman "Exil" manifestiert seine sozialistische Haltung. Jedoch kommen auch bürgerliche Wertvorstellungen zum Vorschein, die für ihn insbesondere eine Kunstform des sozialistischen Realismus unmöglich machen. Auch in Amerika und in der Zeit nach dem Krieg bewahrt er seine Verbundenheit zur UdSSR. 1952 erscheint sein Roman „Narrenweisheit“, in dem er die russische Oktoberrevolution und die „ungerechte Verteilung der Güter“ thematisiert. Seine Botschaft der „Freiheit und Gleichheit“, wenn nötig mit der „Vernunft der Gewalt“ bleibt für ihn Sinn seines Schaffens.

Rezeption seiner Werke

Seine politische Ideologie machte eine Rezeption seiner Werke in der Bundesrepublik über Jahrzehnte hinweg so gut wie unmöglich. Die DDR hingegen ehrte ihn mit Preisen. Auch in Amerika wurde sein literarisches Werk gewürdigt, doch war seine Neigung für den Kommunismus Grund dafür, dass er nie die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt. Seine prosozialistische Haltung machte ihn somit bis zu seinem Tode 1958 zum Staatenlosen.

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Matrix-Beitrag A2

Verhältnis Feuchtwangers zum Sozialismus

Kurznachricht zur Ausstellung

Lion Feuchtwanger bekannte sich zum Sozialismus

(von Mirja Breßling)

Lion Feuchtwanger (1884 – 1958) gehört zu den auflagenstärksten deutschen Autoren. Und doch ist er - insbesondere in den alten Bundesländern – eher unbekannt. Warum man sich in der BRD mit Feuchtwangers Werken schwer tat, soll unter anderem vom 7. Juli bis 21. Dezemer 2008 im Rahmen einer Ausstellung zu Leben und Werk des Schriftstellers in der Universitätsbibliothek der TU Berlin beleuchtet werden. Seine sozialistische Grundeinstellung und seine Sympathie für Russland, welche nicht nur als antifaschistische Solidarität zu verstehen war, hatte die Rezeption seiner Werke verhindert. Mit der Ausstellung wird das „Internationale Lion Feuchtwanger-Jahr“ eingeleitet, welches anlässlich seines 124. Geburtstag sowie seines 50. Todestages die Aufmerksamkeit wieder auf sein literarisches Werk lenken soll. Dabei manifestieren speziell die Bücher „Moskau 1937“, „Exil“ und „Narrenweisheit“ Feuchtwangers sozialistisches Weltbild.

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(A4) Kurznachricht

Sowjetische Gleichheit ‑ amerikanische Freiheit?

Lion Feuchtwangers politische Ideologie beeinflusste seinen literarischen und persönlichen Werdegang.

(von Mirja Breßling)

Lion Feuchtwanger (1884 – 1958) gehört zu den auflagenstärksten deutschen Autoren. Und doch ist er - insbesondere in den alten Bundesländern – eher unbekannt. Seine sozialistische Grundeinstellung hatte die Rezeption seiner Werke in der BRD verhindert. Bereits 1925 war Feuchtwanger mit seinem Roman „Jud Süß“ ein internationaler Durchbruch gelungen. Unter dem Druck des Nationalsozialismus muss er Deutschland 1933 jedoch verlassen und flieht ins französische Exil. Die UdSSR als letzte antifaschistische Großmacht gewinnt seine Sympathie. Nach einem Besuch in Moskau, ist er von der sozialistischen Staatsform der UdSSR durchweg begeistert. Seine Eindrücke verarbeitet er in seinen Büchern „Moskau 1937“, „Exil“ und „Narrenweisheit“. Lenins Forderung nach einer klassenlosen Gesellschaft überzeugen ihn. Den Schauprozessen im Rahmen Stalin’scher Säuberungsaktionen steht der bekennende Pazifist unkritisch gegenüber. Von französischen Faschisten wird Feuchtwanger 1940 vor allem wegen seiner sowjetfreundlichen Gesinnung interniert. Ihm gelingt die Flucht nach Amerika. Hier verbringt er im Wohlstand und unter Hollywood-Prominenz seinen Lebensabend. Allerdings wird er aufgrund seiner Sympathie für den Kommunismus nie eingebürgert. Feuchtwangers prosozialistische Haltung machte ihn bis zu seinem Tode zum Staatenlosen.

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